Tim und Struppi und was in Deutschland geschah

Dieser Bericht ist für das niederländische Magazin der Hergé Genootschap "Duizen Bommen" erstellt worden und Volker Hamann war so freundlich und hilfsbereit mir einige seiner Bilder zu Verfügung zu stellen. Dafür VIELEN DANK. Volker Hamann ist der Herausgeber der "Reediton" das sich ausschließlich mit Comics beschäftigt und ein Spezialist von Tim und Struppi. Es gibt noch einige seiner Magazine zum nachbestellen unter www.reddition.de. Für Tim und Struppi Freunde sind die Folgen 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 20, 27, 28, 29 wovon leider nicht mehr alle erhältlich sind.

Vielleicht fangen wir mal damit an, das es Comics in Deutschland eigentlich bis heute schwer haben. Der Stellenwert einer gezeichneten Bildergeschichte ist nicht richtig einzuordnen. Doch auch in Deutschland sind die franco-belgischen Comics schon lange sehr beliebt und Tim und Struppi hat hier eine besonders große Fangemeinde. Es sind heute wohl weniger die Kinder, als die Erwachsenen, die sich seit der Kindheit nicht mehr von dem „Erlebnis“ Tim und Struppi trennen können. Der Bedarf an Tim und Struppi Sachen aller Art kann in Deutschland eigentlich nicht gedeckt werden. Auf Comicbörsen hier zulande gibt es Wenig bis Nichts zu finden, was einem Tim und Struppi Fan das Herz höher schlagen lässt, deshalb sind wohl so viele Deutsche in Belgien, Frankreich und natürlich besonders in den Niederlanden unterwegs, um diese selten Glücksmomente eines tollen Fundes aus dem Bereich Tim und Struppi zu haben. Ich selbst habe in meiner Kindheit Tim und Struppi gelesen und irgendwie hat es mich wohl nie richtig losgelassen, bis ich die Zeit und natürlich auch das Geld dazu hatte mich sehr intensiv mit Tim und Struppi zu beschäftigen. In Deutschland ist das Hobby Tim und Struppi noch eine Idee teurer als in den Ländern Belgien und den Niederlanden, da sich der Preis am Angebot der Sachen bemessen lässt. Nun aber zu den Herausgebern der begehrten Comics.

Die erste Publikation in Deutschland haben wir Per Hjald Carlsen zu verdanken. Die Gründung des Dänischen Verlages Carlsen (Gründung 1942) wurde zur Unterstützung des Presse Illustrations Bureau (PIB) durchgeführt. PIB hatte sich zur Aufgabe gestellt die Comic Strips von Tim und Struppi in deutschen Tageszeitungen zu veröffentlichen, so wie sie es zwei Jahre vorher schon mit dem Bären Petzi gemacht hatten. Dies gelang erstmals in der Zeitung „Hamburger Abendblatt“ am 9. Februar 1952. Unter dem Titel „Tim auf der Jagd nach dem geheimnisvollen Zepter“.

Image   20.02.52 aus dem Hamburger Abendblatt

In der Zeitung „Hamburger Abendblatt“ wurden die Geschichten von Tim und Struppi bis zum Jahre 1971 veröffentlicht. So veröffentlichten die Herausgeber des Hamburger Abendblatts noch fünf weitere Abenteuer als erste. Diese wurden dann in zweifarbiger und vierfarbiger Darstellung mit teilweise recht merkwürdiger Farbgebung (z.B. die Mondgeschichte) abgedruckt. Unsere Helden hatten grüne Mondanzüge an und die Rakete war überwiegend leicht gelblich mit einer roter Spitze.

 

  Hamburger Abendblatt vom 27.01 62

Das Jugendmagazin „Dalla“ veröffentlichte als erste deutsche Übersetzung das Abenteuer „Die schwarze Insel“. Der in Düsseldorf ansässige Verlag „Waso“ konnte sich aber nur von 1953 bis 1954 halten und schaffte leider das Ende des Abenteuers nicht heraus zu bringen.

                    

Dalla Magazin Ausgabe 5 von 1954                      Dalla Magazin Ausgabe 14 von 1954  

Der belgische Verlag Casterman brachte 1952 das erste Abenteuer von Tim und Struppi in Buchform heraus. Es war „Das Geheimnis der Einhorn“ und es wurde mit dem Aufdruck „Tim der pfiffige Reporter“ veröffentlicht. 11 Alben gab es von Casterman in den Jahren 1952-1963. Casterman hatte nach Verhandlung mit Hergé den Vertrieb und die Produktion der deutschen Bücher übernommen. Es heißt, dass es wahrscheinlich nicht mehr als 5000 Stück pro Folge von den deutschen Casterman Büchern gibt. Genaue Stückzahlen waren nie heraus zu finden. Ab 1959 gab es im deutschen Raum einen professionellen Vertrieb. Es war der „Esslinger Verlag  J.F. Schreiber“, der auch mit kleinen Werbemaßnahmen versuchte die Alben bekannt zu machen. 1967, mit der Übernahme von Carlsen, hörte auch der Vertrieb auf.

Die deutsche „Carlsen Verlag GmbH – Reinbek“ trat erst Anfang der 80er Jahre aus dem Schatten des dänischen Verlages, der ab 1967 die Leitung übernahm. Vorher hatte er in Deutschland eigentlich nur eine vorbereitende und vertreibende Rolle was den Comicbereich anging.

Auch zu erwähnen ist die Jugend Illustrierte „Pony“ aus dem „Bastei Verlag“ (1958 – 1960). Sie veröffentlichte in den Ausgaben 21- 49  zwei Abenteuer von Tim und Struppi als dritte deutsche Übersetzung im eigenen Farbstil.

    

Pony Illustrierte Nummer 21                   Pony Illustrierte Nummer 48

Ab der Ausgabe 46 im Jahre 1973 (noch vor der „Carlsen“ Veröffentlichung) bis zur Ausgabe 50, wurde das Abenteuer „Tim und der Haifischsee“ im „Zack“ Heft aus der „Koralle Verlag GmbH Berlin – Hamburg“ veröffentlicht. Das Besondere daran ist der zeichnerische Unterschied zur etwas späteren „Carlsen“ Veröffentlichung.

Ab dem Jahr 1976 bis 1978 wurden einige Abenteuer in dem Comic „Fix und Foxi“ mit acht Seiten pro Heft abgedruckt, wobei diese meist gekürzt und umgearbeitet zu sehen waren.

 

Aber nun der Reihe chronologisch nach.

 

Erste deutsche Veröffentlichung von :

König Ottokars Zepter im

„Hamburger Abendblatt“ vom 9. Februar bis 6. September 1952 als „Tim auf der Jagd nach dem geheimnisvollen Zepter“, zweifarbig, übersetzt von der 1947 Ausgabe „Casterman“.

Tim der pfiffige Reporter –König Ottokars Zepter, „Casterman“ Buchausgabe 1953, übersetzt von der 1947 Ausgabe „Casterman“. Hiervon gab es 3 Auflagen - 1953, 1955 und 1962.

König Ottokars Zepter in „Tim“ dem Schweizer Apotheken Magazin aus dem Genfer „Atar Verlag“ vom November 1959 bis 2. Februar 1961. Nachdruck „Tim“ Januar 1/ 1969 bis 4/ 1970,

übersetzt von der 1947 Ausgabe „Casterman“.

  Tim aus dem „Atar Verlag“ Heft 4 von 1961

König Ottokars Zepter als Softcover Buch des „Carlsen Verlages“ 1967, übersetzt von der 1947 Ausgabe „Casterman“.

      Zweite Carlsenausgabe 1969

König Ottokars Zepter in „Fix und Foxi „23 bis 26 im 25. Jahrgang (1977). Diese gekürzte, umgearbeitete und übersetzte Version von der 1947 Ausgabe „Casterman“.

König Ottokars Zepter Hardcover Buch „Carlsen Studio“ 1995. Dies ist die Faksimileausgabe, übersetzt und gedruckt in schwarz /weiß von der 1939 Ausgabe „Casterman“.

 

Es folgte noch 1952:

„Das Geheimnis der Einhorn“

1952 bei „Casterman“ als „Tim der pfiffige Reporter“.

      „Casterman“ Ausgabe 1962 dritte Auflage

Im „Hamburger Abendblatt“ wurde diese Geschichte zweifarbig von Dezember 1954 bis Februar 1956 veröffentlicht.

In der Wochenillustrierten „Deutscher Hausfreund“ Ausgabe 33 aus dem Jahr 1957 bis Ausgabe 42 aus dem Jahr 1958. In Schwarz /Weiss abgedruckt.

Ausgabe 33 aus dem Jahr 1957 der Wochenillustrierten „Deutscher Hausfreund“

In „Tim“ vom März 1961 bis April 1962.

Der „Carlsen Verlag“ brachte das Softcover Album 1971 heraus. Zusammen mit „Der Schatz Rackhams des Roten“ brachte Carlsen 1978  als Doppelfolge-Buch heraus mit anderem Coverbild. Dieses gleiche Doppelfolgenbuch gab es als de luxe Band mit Hartcover von dem Buchclub „Bertelsmann“ aus dem Jahre 1982.

                        

Carlsen Doppelband von 1978                   Buchclub de luxe Ausgabe 1982 von Bertelsmann

„Fix und Foxi“ brachte die gekürzte Fassung 1977 in den Heften 51-53 und 1+2 1978 heraus.

Alle hier genannten Veröffentlichungen beruhen auf der Originalversion von 1943.

 

Auch 1952 kam:

„Der Schatz Rackhams des Roten“

1952 bei Casterman als „Tim der pfiffige Reporter“.

Im „Hamburger Abendblatt“ wurde diese Geschichte zweifarbig von März 1956 bis Mai 1957 veröffentlicht.

In „Tim“ vom Mai 1962 bis August 1963.

Tim aus dem Atar Verlag Heft 3 von 1963

„Fix und Foxi“ brachte die gekürzte Fassung 1977 in den Heften 51-53 und 1+2 1978 heraus.

Alle hier genannten Veröffentlichungen beruhen auf der Originalversion von 1944.

 

 

1953 wurde veröffentlicht:

„Die Krabbe mit den goldenen Scheren“

Als Jugendseite in der Zeitung „Hamburger Abendblatt“ von September 1952 bis Oktober 1953, zweifarbig.

1953 erste Auflage, 1955 als zweite Auflage und 1962 als dritte Auflage bei „Casterman“ als „Tim der pfiffige Reporter“.

In der Illustrierten „Deutscher Hausfreund“ von 1955 bis 1956.

 

Ausgabe 19 aus dem Jahr 1955 „Deutscher Hausfreund“

1967 als erste „Carlsen Verlag“ Veröffentlichung.

Alle bis hier aufgezeigten Versionen beruhen auf der Original Version von 1948.

Vom „Carlsen Verlag“ als „Carlsen Studio“ bezeichnet kommt 1996 ein Hardcoverbuch mit der Original S/W Version von 1941 heraus.

 Faksimile Ausgabe von 1996

 

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